Christiane Staab MdL

Tanzschule Kronenberger: Wo Tanz, Unternehmertum und Werte zusammenkommen

Staab und Hailfinger informierten sich vor Ort / Probleme mit der GEMA

Walldorf. Wer eine Tanzschule besucht, denkt an Walzer, Discofox oder den ersten Abschlussball. Beim Gespräch in der Tanzschule Kronenberger wurde jedoch schnell deutlich: Hier geht es um weit mehr. Gemeinsam mit dem sportpolitischen Sprecher der CDU-Landtagsfraktion Baden-Württemberg, Manuel Hailfinger, informierte sich die Landtagsabgeordnete Christiane Staab vor Ort über die Herausforderungen und Chancen eines mittelständischen Familienunternehmens, das seit Jahrzehnten prägend für die Region ist. Mit dabei war Dr. Clemens Kriesel, Vorsitzender der CDU Walldorf.

Sabine Kronenberger übernahm die Tanzschule mit 22 Jahren. Heute, mehr als 30 Jahre später, tanzen hier Kinder ab dem Babyalter, Jugendliche in klassischen Tanzkursen und ambitionierte Formationen auf nationalem Niveau. Allein im vergangenen Herbst starteten 80 Jugendpaare in die Kurse. Zwei Abschlussbälle mit jeweils über 500 Gästen waren restlos ausverkauft. Die Lateinformation der Tanzschule wurde mehrfach Deutscher Meister im Amateurbereich (DAT). In der Astoria-Halle richtet das Team regelmäßig Deutsche Meisterschaften aus.

„Eine Tanzschule ist kein Verein, sondern ein Wirtschaftsunternehmen“, machte Kronenberger deutlich. Während der Pandemie blieb der Betrieb 13,5 Monate geschlossen. „Wir haben alle Mitarbeiter voll weiterbezahlt“, berichtete sie. Viele Stammkunden hielten der Tanzschule in dieser Zeit die Treue - auch finanziell.

Heute belasten vor allem drei Themen: der akute Fachkräftemangel, zunehmende Bürokratie – und die Unsicherheit rund um die GEMA-Gebühren.

GEMA: Existenzfrage für Tanzschulen

Rund 10.000 Euro zahlt die Tanzschule jährlich an die GEMA für Musiknutzungsrechte bei Kursen und Abschlussbällen. Bislang erfolgt die Abrechnung über einen Pauschalvertrag des Berufsverbandes. Doch seit Jahren läuft ein Rechtsstreit über das künftige Lizenzmodell. Sollte der Pauschalvertrag wegfallen und jede Tanzschule einzeln abrechnen müssen, drohen laut Kronenberger massive Mehrbelastungen. Schon jetzt weist die Tanzschule in ihren Unterlagen darauf hin, dass bei einer Änderung des Lizenzmodells zusätzliche Gebühren anfallen könnten. Ohne Preissteigerungen wäre dies wirtschaftlich kaum noch stemmbar – bei einem Angebot, das ohnehin mit steigenden Kosten für Saalmieten, Technik, Personal und Mindestlohn zu kämpfen hat.

Tanzschule als Schule fürs Leben

Doch der Termin drehte sich nicht nur um betriebswirtschaftliche Fragen. Tanzunterricht sei Persönlichkeitsbildung, so Kronenberger. Wer hier lerne, übe nicht nur Schritte, sondern auch Respekt, Pünktlichkeit, Auftreten und Umgangsformen.

Gerade nach der Pandemie beobachte sie Konzentrationsdefizite und motorische Schwächen bei Jugendlichen. „Die Aufmerksamkeitsspanne ist deutlich kürzer geworden“, sagte sie offen. Auch Enttäuschung auszuhalten – etwa nicht sofort zum Tanzen aufgefordert zu werden – gehöre zum Lernprozess. Manuel Hailfinger betonte, Bewegung müsse im Schulalltag wieder stärker verankert werden. Eine tägliche, niederschwellige Bewegungseinheit sei aus seiner Sicht ein wichtiger Baustein.

Christiane Staab verwies auf die großen Herausforderungen im Bildungssystem: unterschiedliche Erwartungshaltungen von Eltern, steigende Belastungen in den Klassen und die Notwendigkeit multiprofessioneller Teams. (Text/Foto: Matthias Busse)